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  • zachariasmelanie

Wissenschaftliche Konferenzen - was macht man da eigentlich?


Eines der besten Dinge am Wissenschaftlerin sein ist, dass man fürs Reisen bezahlt wird. Konferenzen sind zwar kein Urlaub und können ganz schön anstrengend sein, so hatte mein Flieger zum Beispiel über sechs Stunden Verspätung, sind aber auch immer wieder ein Highlight im Berufsalltag. Zum einen hat man die Möglichkeit neue Länder und Städte zu bereisen ohne dafür seinen Urlaub verbrauchen zu müssen. Zum anderen lernt man viele interessante Menschen kennen und bekommt neue Inspiration für die eigene Arbeit. Vor allem am Anfang der Karriere ist es wichtig, sich ein Netzwerk aufzubauen. Man kann einfach nicht alles wissen und somit ist es sehr hilfreich sich mit anderen Experten zu vernetzen mit denen man vielleicht sogar eine Kollaboration für ein Projekt startet.


Als ich zur “Forest Genetics 2023” Konferenz nach Vernon in Britisch-Kolumbien (Kanada) gereist bin, ist für mich ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. Viele der Konferenzteilnehmenden kannte ich schon seit meinem Studium der Forstwissenschaft von ihren wissenschaftlichen Veröffentlichungen – also zumindest den Namen. Endlich mal die Menschen hinter der Arbeit kennenzulernen, war schon ein kleiner Fangirl-Moment. Trotz aller Bewunderung habe ich mich getraut die meisten anzusprechen und habe durchweg positive Erfahrungen gemacht. Die Forstgenetik-Community ist relativ klein, aber trotzdem, oder vielleicht genau deswegen, ist es eine sehr freundliche und wertschätzende Gruppe von Menschen, in der man sich willkommen fühlt. Das ist für mich auch einer der Gründe warum ich so gern an den Forstgenetikkonferenzen teilnehme. Es ist einfach ein schönes Gefühl, mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen zu sein und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Das Ziel, mit unserer Forschung etwas für gesunde und nachhaltige Wälder zu tun, welche die Ökosystemdienstleistungen erfüllen auf die wir Menschen so dringend angewiesen sind. Egal welche Nationalität, Kultur oder Alter, wir alle teilen die Leidenschaft für Wissenschaft und Bäume – und natürlich Genetik. Und ich habe das Gefühl – vor allem an den Abenden nach dem Konferenzprogramm – mit einem Gläschen Wein in der Hand – da geht das netzwerken doch von ganz allein. Vor allem beim Konferenzdinner welches dieses mal auf einem Weingut mit hervorragender Aussicht stattfand.


Zusätzlich hat man auch die Möglichkeit seine eigene Arbeit vorzustellen. Einerseits ist es etwas beängstigend in einem Raum voller Experten, die fast alle mehr Erfahrung haben als man selbst, seine eigene Arbeit zu präsentieren. Andererseits ist es natürlich eine super Möglichkeit um auf sich und die eigene Arbeit aufmerksam zu machen. Vor allem nach der Präsentation wird man noch oft angesprochen und es entwickeln sich interessante Gespräche. Außderdem könnte der oder die nächste Arbeitgeber*in schon im Raum sitzen.


In der Regel gibt es auch mindestens eine Konferenzexkursion, so auch dieses mal in Vernon. Wir besuchten Samenplantagen sowie Betriebe, welche Samen und Sämlinge vertreiben um Pflanzgut für die zukünftigen Wälder bereitzustellen. Bei einer zweiten Exkursion ging es dann in den Wald in dem wir uns zum Beispiel ein assisted migration Experiment anschauten (mehr Infos zum Thema assisted migration gibt es hier).


Die Konferenz in Vernon war ein super Erlebnis und ich freur mich schon auf die nächste. :)



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